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Gehörschulung

Solmisation nach der Klavierschule Tastenmini

Hören - Singen - Spielen


Autorin und Klavierpädagogin: Elfi Renetzeder
Erschienen im Pianodidact Verlag - 10 Seiten


Inhaltsverzeichnis:

  - Einleitung
  - Solmisation
  - Dreitonmelodien
  - Die Kuckucksterz
  - Ringel-Rangel-Reihe Töne
  - Pentatonik
  - Erste Fünftonlieder in Dur
  - Lieder in Dur und Moll
  - Intervalle
  - Liedbegleitung (T, D, S)
  - Rhythmik, Intervalle, Molltonleitern
  - Schlussbemerkungen


EINLEITUNG

Musik und Hören ist eine Einheit, man spricht von „Musik hören″. Erst über das Hören kann Musik von uns aufgenommen und erlebt werden. Das Gehörte aber bewusst wahrzunehmen und zu analysieren, ist ein wichtiger Bestandteil der Musikerziehung. Es ist ein langwieriger Prozess, der mit der ersten Instrumentalstunde beginnt und dann den Musiker sein Leben lang begleitet.

Heute weiß man, dass die musikalische Entwicklung des Menschen sehr früh beginnt. Bereits im Mutterleib werden Gesang, Sprache und Geräusche unterschieden. Musik beeinflusst die frühkindliche Entwicklung von Anfang an. Im Alter von etwa zwei Jahren beginnen kleine Kinder selber zu singen. Sie singen das nach, was sie gehört haben, nämlich was ihnen vorgesungen wurde. Zuerst ist also das Hören da. Dann erst kann das Gehörte gesungen werden.

Genau dieser Weg sollte beim Instrumentalspiel beschritten werden: Hören - Singen - Instrumentalspiel. Das Singen wird zum Bindeglied zwischen Hören und Instrumentalspiel.

Beim Instrumentalspiel bedeutet der 1. Schritt „Hören″, dass geschriebene Noten im „inneren Ohr″ (nicht akkustisch hörbar) klingen und im 2. Schritt „Singen″ akkustisch hörbar gemacht werden. Nur so wird der 3. Schritt „Spielen″ nicht nur zum bloßen Nachspielen der Noten. Erster und zweiter Schritt sind im Allgemeinen nur möglich, wenn Kenntnisse der theoretischen Inhalte vorhanden sind. Somit wird klar, welche Bedeutung die Theorie im Instrumentalspiel hat. Sie ist nicht nur eine Hilfe zum rationalen Erfassen eines Musikstückes, sondern auch ein Wegweiser zum „Hören″.

Die Kerninhalte der Musiktheorie bestehen bei Tastenmini in dem Erfassen der Durmolltonalität, die die Grundlage unserer europäischen Musikkultur bildet. Die musikalische Entwick-lung vom Kleinkind bis zum größeren Schulkind erfolgt von der Pentatonik über Fünftonlieder in Dur bis hin zu Liedern im erweiterten Tonraum.

Es ist so einfach wie logisch, auch diesen Weg am Instrument zu verfolgen. Das, was Kinder bereits vor dem Instrumentalspiel durch Singen erlebt haben, wird ihnen jetzt durch Hören, Analysieren und Singen bewusst gemacht. Das Instrument Klavier eignet sich besonders dafür. Die Pentatonik ist auf den schwarzen Tasten (auch auf weißen Zwillings- und Drillingstasten) vorgegeben und Fünftonlieder in Dur oder Moll entsprechen den fünf Fingern.

Ein weiterer Grund, bereits im Vorschulalter mit dem Klavierspiel zu beginnen. Kleine Kinder haben Zeit, langsam Stufe für Stufe ihr Gehör und ihre spieltechnischen Fähigkeiten zu entwickeln.

Nichts bleibt ausgelasssen. Alles wird vertieft. Viel mehr, als es bei einem Kind möglich ist, das später anfängt, Klavier zu lernen.


SOLMISATION

Es gibt einen wunderbaren Weg, Theorie und Singen so zu verbinden, dass das Gehör außerordentlich gut geschult wird. Dieser Weg geht über die Solmisation. Es ist eine Methode, die in ihren Anfängen auf Guido von Arezzo (11. Jahrhundert) zurückgeht und im 20. Jahrhundert von Zoltan Kodaly zu einer Methode entwickelt wurde, die er relative Solmisation nannte.

Bei dieser Methode werden durch verschiedene Handzeichen alle Stufen einer Durtonleiter am Körper angezeigt und auf bestimmten Tonsilben gesungen. Diese sind unabhängig von der Tonart, also auch von den absoluten Notennamen. Deshalb spricht man von relativer Solmisation. In Dur heißen die Tonsilben „do-re-mi-fa-so-la-ti-do″, in Moll „la-ti-do-re-mi-fa-so-la″.

do re mi fa so la ti do
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
              Stufe

Die relative Solmisation hat sehr viele Vorteile:
  • Die Lage der Tonstufen im diatonischen System wird klar erkannt. Das bedeutet „do″ ist immer die 1. Stufe, „re″ die 2. Stufe usw., egal in welcher Tonart.
  • Durch die Relativität der Silben kann auf einem Instrument problemlos transponiert werden.
  • Über das Singen wird das Gehör und das musikalische Gedächtnis trainiert.
  • Improvisierte Melodien werden spontan erfasst; die Kreativität wird gefördert
  • Ist im Gruppenunterricht sehr gut anwendbar, egal wie groß die Gruppe ist.

Das Solmisieren ist ein wichtiger Teil meiner Unterrichtsstunde. Meine SchülerInnen machen das mit großer Begeisterung. Während das Klavierspiel oft sehr viel Konzentration erfordert, sind sie bei der Solmisation ganz entspannt. Singen und Bewegung  bringt Lockerheit und Fröhlichkeit in die Unterrichtsstunde.


Mit der Solmisation kann man viele Hörübungen machen. Einige davon sind:

  1. Der Lehrer solmisiert mit seinem Schüler gemeinsam. Das bedeutet, dass beide gleichzeitig die Tonsilben singen und mit Handzeichen anzeigen. Trotz der Gleichzeitigkeit muss einer von beiden die Führung übernehmen, was am Anfang natürlich der Lehrer tun wird. Man beginnt mit ganz kurzen Tonfolgen mit einfacher Rhythmik und erweitert diese mit den Fortschritten des Schülers. Auch Artikulation und Dynamik kann von Anfang an berücksichtigt werden. Wenn der Schüler die Melodie sicher aufgenommen hat, spielt er sie auf dem Klavier. Bevor das Stück auf dem Klavier gespielt wird, kann man es auch als stummes Spiel auf dem Tastendeckel spielen lassen. So vorbereitet, wird das Spiel auf dem Klavier zum Erfolgserlebnis, da es meist keine falschen Töne mehr gibt.
  2. Der Lehrer singt und zeigt gleichzeitig die Handzeichen (vorsolmisieren). Danach singt der Schüler und zeigt die Handzeichen (nachsolmisieren). Schüler lieben besonders den Rollentausch: Der Schüler solmisiert vor, der Lehrer solmisiert nach. Dies ist auch eine gute Übung für den Gruppenunterricht.
  3. Während der Lehrer die Handzeichen anzeigt, singt der Schüler die Tonsilben.
  4. Der Lehrer summt. Anschließend solmisiert (zeigt und singt) der Schüler. Auch hier lieben die Kinder den Rollentausch.
  5. Für den Gruppenunterricht, egal wie groß die Gruppe ist, eignet sich die Solmisation besonders, z.B. kann ein Schüler die Handzeichen anzeigen, die übrigen Kinder singen.
  6. Bei ausgeschriebenen Liedern ab Band A, Seite 20 kommt das Solmisieren einem Vom-Blatt-Singen gleich. Der Schüler liest die Noten (d.h. mit den Augen schauen) und solmisiert dazu. Das rhythmische Notenlesen sollte vor dem Solmisieren gemacht werden.
  7. Am Schluss werden die Hörübungen auf das Instrument übertragen und können in allen Tonarten gespielt werden. So entsteht große Sicherheit in den ihnen bekannten Tonarten.

In meiner Klavierschule lässt sich die Solmisation in leichter Weise bei den entsprechenden theoretischen Kapiteln anwenden. Wie ich dabei vorgehe, erläutere ich in den nachstehenden Kapiteln.


DREITONMELODIEN

1., 2., 3. Stufe in Dur, Tastenmini Band A


Wie ich schon in der Einleitung erklärt habe, halte ich die Pentatonik oder 1., 2., 3., 5., 6. Stufe in Dur für den besten Einstieg ins Klavierspiel für kleine Kinder. Ich gehe dabei in folgenden Schritten voran:

  1. Beginn mit der Dreitonmelodik (1., 2., 3., Stufe in Dur; fast alle Lieder von Band A)
  2. Kleine Terz oder Kuckucksterz (3. und 5. Stufe in Dur, Band A Seite 40 und 41)
  3. Ringel-Rangel-Reihe-Töne (3., 5., 6., Stufe in Dur, Band A, Seite 42)
  4. Alle Pentatoniktöne oder 1., 2., 3., 5., 6. Stufe in Dur (Band A, Seite 43)

Ich beginne also mit der Dreitonmelodik (Nr.1), das heißt, der 1., 2., 3. Stufe in Dur. Diese drei Stufen entsprechen den Solmisationssilben „do-re-mi″. Im Band A werden sie zum ersten Mal auf der Seite 13 vorgestellt. Sie werden auf den weißen (C, D, E) und schwarzen Drillingstasten (Fis, Gis, Ais) gespielt. Es handelt sich also um die 1., 2., 3 Stufe von C-Dur und Fis-Dur. Die SchülerInnen werden aufgefordert, eigene Tonfolgen zu kreieren. Hier solmisiere ich zum ersten Mal mit meinen SchülerInnen, und zwar so, wie ich es in diesem Heft auf der Seite 3
unter „Hörübungen“ erklärt habe.

Auch die ausgeschriebenen Klavierstücke in Tastenmini Band A sind alles Dreitonlieder (S.20, 22, 24, 26, 28, 30, 34 bis 37). Diese Dreitonlieder sind in Noten ohne Notenlinien aufgeschrieben. Die Abstände zwischen den drei Noten sind bewusst groß gehalten, damit die Kinder die drei Tonhöhen gut unterscheiden können. Wie in der Einleitung erklärt, sollten geschriebene Noten, bevor sie am Instrument gespielt werden, immer gehört werden. Dafür eignet sich die Solmisationsmethode auf der Seite 3, Nr.6.
 
do re mi  
1. 2. 3. Stufe


DIE KUCKUCKSTERZ

3. und 5. Stufe in Dur, Tastenmini Band A, Seite 40 und 41

Der kleinen Terz kommt in der musikalischen Entwicklung der Kinder eine besondere Bedeutung zu. Es ist für etwa zweijährige Kinder das erste Intervall, das sie singen. So ist es auch für Kinder im frühinstrumentalen Unterricht sehr leicht, dieses Intervall zu singen und zu erkennen.

Das Intervall ist allerdings nur von oben nach unten leicht zu singen. Wird die kleine Terz von unten nach oben gesungen, ist das schwieriger und bedarf einiger Übung, bis das sicher gehört und gesungen wird.

Die kleine Terz wird bei Tastenmini Band A, Seite 40 mit einzelnen gesungenen Wörtern geübt. Ist die 1. Silbe des Wortes betont, so beginnt man mit dem oberen Terzton (so), wie z.B. bei dem Wort Hase „so-mi″. Dieses ist die leichte Singart. Schwieriger wird es, wenn die 1. Silbe nicht betont ist und der Beginn mit dem unteren Terzton sinnvoller ist, wie z.B. bei den Wörtern Banane und Giraffe (mi-so-mi). Die Übungen auf der Seite 40 sind außerdem rhythmische Übungen, da auch zwischen halben und ganzen Noten unterschieden werden muss.

Sollten die Hörübungen nicht ausreichen, so kann der Lehrer sie ausweiten. Man kann in jeder Stunde kleine Hörübungen erfinden, z.B. mit Tier-, Jungen-, Mädchen- oder Instrumentennamen.

Der Schritt von einzelnen Wörtern zu kleinen Texten, gesungen und gespielt mit den Tönen der Kuckucksterz (Band A, Seite 41), fällt den Kindern nicht schwer. Meist genügen die hier aufgeführten Beispiele.

Die kleine Terz wird mit den Handzeichen und den Tonsilben „mi″ = 3.Stufe und „so″ = 5. Stufe der Solmisation geübt (siehe auch Seite 3).

   
mi   so  
3.   5. Stufe


RINGEL - RANGEL - REIHE - TÖNE

3., 5., 6. Stufe in Dur, Tastenmini Band A, Seite 42

Setzt man auf die kleine Terz eine große Sekunde, so hat man die drei Töne der 3., 5. und 6. Stufe in Dur. Die allerersten Lieder, die Kinder singen, sind aus diesen drei Tönen gebildet, wie z.B. „Ringel, Rangel, Reihe“ oder der Anfang von „Backe, backe, Kuchen″. Deshalb nenne ich diese drei Töne auch „Ringel-Rangel-Reihe-Töne″.

Kinder haben sehr viel Freude an Liedern mit diesen drei Tönen, nicht nur weil sie ihnen bekannt sind, sondern auch weil sie schön klingen.

Auch die „Ringel-Rangel-Reihe-Töne″ übe ich mit meinen SchülerInnen mit der Solmisation in vielfältiger Weise (siehe Seite 3). Die Tonsilbe der 6. Stufe heißt „la″.

   
mi   so la  
3.   5. 6. Stufe


PENTATONIK

oder 1., 2., 3., 5., 6. Stufe in Dur, Tastenmini Band A, Seite 43

Diesen speziellen Fünftonbereich lasse ich von meinen SchülerInnen über einen längeren Zeitraum am Klavier spielen, bis alle Töne sicher gehört werden. Lange schon bin ich mit ihnen in Band B angekommen, und ich erfinde mit ihnen immer wieder kleine Reime oder Texte, denen wir eine Melodie im angegebenen Tonbereich unterlegen. Meine Erfahrung zeigt, dass kleine Kinder als Grundlage für ihre Melodie einen Text brauchen. Melodien ohne Text bleiben bei ihnen strukturlos, denn sie können noch keine Phrasen bilden.

Die Tonhöhen der Melodie zeigen wir zunächst mit den Handzeichen der Solmisation an, auch wenn wir nicht die Tonsilben dazu singen, sondern den Liedtext. Erst wenn der Schüler seine Melodie sicher gefunden hat, spielt er sie auf dem Klavier.

Kinder haben sehr viel Freude daran, kleine Reime oder Texte zu erfinden. Sie fühlen sich bei solchen Aufgaben persönlich angesprochen. So ein kleiner Reim oder Text ist ein Teil aus ihrem Leben, aus dem sie ihn geschöpft haben und zu dem sie etwas spielen möchten.

So hatte sich eine kleine Schülerin von mir vor Weihnachten ihren persönlichen musikalischen Wunschzettel gemacht: „Ich wünsche mir zu Weihnachten ...″ In der Karnevalszeit überraschte mich ein Mädchen damit, dass sie mir erzählte, sie würde sich am liebsten als Cowboy verkleiden. Also erfanden wir das Lied „Ich möcht´ so gern ein Cowboy sein″. So direkt angesprochen, sind die SchülerInnen mit großer Freude bei der Sache.

Auf dem Klavier spielen die SchülerInnen die Lieder in 4 Tonarten: C-Dur, Fis-Dur, F-Dur und G-Dur. Zu F-Dur und G-Dur gelangen sie, indem sie von Fis-Dur hinunter- bzw. hinaufrutschen.

Fis-Dur   Fis-Dur
 
F-Dur   G-Dur

Die fünf Töne werden auf 2 Hände verteilt, so wie es auch auf den Tastaturbildern in Band A, Seite 43 zu sehen ist.

Im weiteren Verlauf gehe ich auch dazu über, die Melodien mit einer Hand spielen zu lassen. Dann lasse ich allerdings die 6. Stufe weg, weil sonst die Spreizung zwischen dem 3. und 4. Finger für die kleinen Finger der Kinder zu groß werden würde. Spielt die r.H. eine Melodie, so kann die l.H. als Begleitung eine Bordunquinte dazu spielen. Umgekehrt ist es auch möglich.


ERSTE FÜNFTONLIEDER IN DUR

1., 2., 3., 4., 5. Stufe in Dur, Tastenmini Band B, Seite 44 bis 47

Am Schluss von Band B, nämlich auf den Seiten 44 bis 47, lernen die Kinder die weite Lage von C-Dur kennen.

linke Hand   rechte Hand  

Die Fünftonlieder, die sie nun spielen, lasse ich auch nach G-Dur transponieren. G-Dur kennen die SchülerInnen von der Pentatonik her (von Fis-Dur nach oben rutschen).

 
  linke Hand   rechte Hand  

Da die Kinder nun die weite Lage kennengelernt haben, belasse ich es nicht bei den Liedern von Band B (Seite 44 bis 47), sondern lasse sie  nun bekannte Fünftonlieder (siehe auch Band 3, Seite 45 bis 47) nach Gehör spielen. Hier ist die Somisation wiederum sehr hilfreich.

Ich frage ständig nach, welche Lieder im Kindergarten, in der Schule oder zu Hause gesungen werden und lasse diese Lieder dann nach Möglichkeit auf dem Klavier spielen. Auch selbst erfundene Lieder mit selbst gedichteten Reimen werden, wie vorher bei der Pentatonik, gerne in den Unterricht miteinbezogen.

Die Kinderlieder im Dur-Fünftonraum können von den Kindern mit jeder Hand einzeln, aber auch zusammen in gleicher und entgegengesetzter Richtung geübt werden. Als Begleitung lasse ich die Bordunquinte spielen, d.h. Grundton und Quinte gleichzeitig angeschlagen und  möglichst lange liegengelassen. SchülerInnen, die schon etwas weiter sind, spielen den Grundton bereits als Tonika und den Quintton als Dominante.

Das Liedspiel im Dur-Fünftonbereich begleitet die Kinder, während sie schon mit dem Band 1 von Tastenmini beschäftigt sind. Da der Band 1 sehr dem Notenlesen gewidmet ist, ist das Liedspiel eine willkommene Abwechslung und natürlich auch eine gute Hörübung.

Bei der Solmisation lernen die Kinder die 4. Stufe „fa“ kennen, die ihnen in der Dur-Fünftonreihe noch fehlte.

 
do re mi fa so  
1. 2. 3. 4. 5. Stufe


LIEDER IN DUR UND MOLL

Tastenmini Band 2, Seite 8 bis 19


In Band 2 lernen die Kinder die Fünftonlagen von Dur und Moll kennen. Da die SchülerInnen nun schon viele Tonarten kennen, lässt man sie eine Melodie, die durch Solmisation erarbeitet wurde, am Klavier in vielen Tonarten nachspielen. Kinder sind stolz, wenn sie bei solchen Aufgaben beweisen können, wie gut sie die Tonarten beherrschen.

Im Band 2, Seite 4, 9 und 12 lernen die Schüler-Innen die absolute Notation kennen, das heißt unterschiedliche Notennamen in den verschiedenen Tonarten. Damit sich die neuen Notennamen auch gut einprägen, lasse ich gelegentlich Lieder mit den Notennamen der absoluten Notation singen.

Eine gute Hörübung ist es auch, Lieder, die in Dur stehen, in Moll singen zu lassen und umgekehrt. Eine andere Möglichkeit ist es, Lieder, die in Dur stehen, in der parallelen Molltonart singen zu lassen. Beide Übungen sind nicht so einfach, machen aber viel Spaß, da die Lieder dadurch einen völlig anderen Charakter bekommen.

Eine andere beliebte Hörübung ist das Erkennen des Tongeschlechts von Dreiklängen oder Klavierstücken, die der Lehrer vorspielt.

Beim Solmisieren wird Moll mit den Tönen der parallelen Molltonart dargestellt, also mit „la-ti-do-re-mi″. Die neue Tonsilbe der Solmisation heißt „ti″. In Dur ist es die 7., in Moll die 2.Tonstufe.
 
la ti do  
6. 7. 8. Stufe


INTERVALLE

Tastenmini Band 3, Seite 8, 22, 23, 33

Im Band 3 werden die Intervalle der Durtonleiter vorgestellt. Alle Intervalle werden mit der Solmisationsmethode geübt.

In diesem Tonbereich ist es für die SchülerInnen eine besondere Herausforderung, bekannte Lieder zu singen und zugleich die Tonhöhen mit den Handzeichen anzuzeigen.



  Prime Sekunde Terz Quarte Quinte Sexte Septime Oktave


LIEDBEGLEITUNG MIT TONIKA, DOMINANTE, SUBDOMINANTE

Tastenmini Band 3, Seite 42 bis 50

In meiner Klavierschule geht es bei der Gehörschulung bis zum Band 3, Seite 33 um das Hören einzelner Töne in ihrer besonderen Stellung im durmolltonalen Zusammenhang. Damit ist eine gute Basis gelegt, um zum nächsten Schritt zu gehen: der Liedbegleitung mit Tonika, Dominante und Subdominante.

Die damit verbunde Mehrstimmigkeit wird für die SchülerInnen ein besonderes Klangerlebnis. Über ihre ersten Lieder mit Begleitungen von Akkorden oder gebrochenen Dreiklängen sind sie sehr stolz.

Die Kinder sollen selber hören, welche Funktionen (in der l.H.) zu welchen Melodietönen (in der r.H.) gehören. Es bleibt dem Lehrer freigestellt, die genauen funktionalen Zusammenhänge zu erklären, wie 1. Stufe = Tonika, 2. Stufe = Dominante usw. Manche SchülerInnen finden das interessanterweise auch selber heraus.

Im Band 3 auf den Seiten 45 und 47 habe ich lediglich Vorschläge gemacht für Lieder, die für Liedbegleitungen geeignet sind. Lehrer und Schüler können natürlich auch eine eigene Auswahl miteinbringen.


RHYTHMIK, INTERVALLE, MOLLTONLEITERN

Tastenmini Band 4

Der Band 4 ist zum großen Teil ein rhythmischer Band. Kleine Notenwerte, wie z.B. Achtel- und Sechzehntelnoten werden eingeführt. Die Übungen, in denen neue Notenwerte vorgestellt werden, sind lediglich reproduktiv. Das heißt, der Schüler spielt das nach, was in den Noten vorgegeben ist.

Eine sehr gute Hörübung ist es, den umgekehrten Weg zu beschreiten: der Lehrer klopft einen Rhythmus vor, der Schüler klopft ihn nach und schreibt ihn dann auf. Das Aufschreiben erfordert bewusstes Hören und Analysieren.

Im Band 4, Seite 51 geht es um die Feinbestimmung der Intervalle. Die Intervalle von bekannten Liedanfängen eignen sich besonders gut, Intervalle zu bestimmen. Die SchülerInnen werden aufgefordert, bestimmte Intervalle zu singen. Darüber hinaus empfiehlt sich auch die bekannte Methode: der Lehrer spielt ein Intervall, der Schüler bestimmt es.

Im Band 4 geht es auch noch um Tonleitern und Dreiklänge mit Umkehrungen. Sinnvoll ist es, die drei verschiedenen Molltonleitern (Seite 56) nicht nur spielen, sondern auch singen zu lassen. Kinder, die gewohnt sind, Hörübungen zu machen, freuen sich auch über Hörübungen mit Dreiklängen und Umkehrungen (Seite 60).


SCHLUSSBEMERKUNGEN

In der Einleitung habe ich die Stufen der Ent-wicklung des musikalischen Gehörs dargestellt. Singen ist dabei von zentraler Bedeutung.

Lieder begleiten meine SchülerInnen über Jahre hinweg von der Kindergartenzeit bis in die Grundschulzeit und darüber hinaus. Die Lieder werden nicht nur auf dem Klavier gespielt, sondern auch gesungen, mal mit dem Liedtext, mal mit den Tonsilben der Solmisation.

So haben die Kinder nicht nur eine Beziehung zu ihrem Instrument Klavier entwickelt, sondern auch zum Gesang. Haben sie beides so erlebt und erfahren, dann wird Musik immer von Bedeutung in ihrem Leben bleiben.

Die Solmisation ist eine hervorragende Methode, um im frühen instrumentalen Unterricht das Gehör zu schulen. Sie führt dazu, geschriebene Noten mit dem „inneren Ohr″ hören zu lernen.

Der Gesang hat bei den Kindern die Ohren geöffnet und dabei gleichzeitig theoretische Inhalte vertieft. Kurzum: die wichtigsten Grundlagen zum Klavierspiel sind gelegt worden.

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